Der Platz im World Wide Web ist nahezu unbegrenzt – die Aufmerksamkeitsspanne der User allerdings nicht. Damit Ihr Blogbeitrag im digitalen Buchstabenmeer nicht untergeht, sollten Sie den Lesefluss Ihrer Texte optimieren.

Internet-User und Goldfische haben einiges gemeinsam. Sie dümpeln in den Unweiten ihrer virtuellen oder Wasserwelt dahin und langweilen sich schnell: Die Aufmerksamkeitsspanne des Menschen erreicht im Durchschnitt schon nach 8 Sekunden ihr Limit. Ein Goldfisch hält immerhin 9 Sekunden durch, bis er das Interesse verliert.

Das Stichwort heißt Mehrwert. Wenn der Leser innerhalb der ersten 10 Sekunden das findet, was er sucht, hält Ihr Text, was er verspricht. Und Sie steigern die Wahrscheinlichkeit, dass er länger auf Ihrer Seite bleibt.

Guter Inhalt ist also unerlässlich. Weil wir online im Schnitt um 25% langsamer lesen, als offline, sollten Sie den User auch mit der richtigen Formatierung Ihrer Texte abholen.

User lesen stichprobenartig. Der Begriff Sampling kommt aus dem Englischen und heißt „Stichwort“ oder „Auswahl“. So schließen die User auf die Qualität des gesamten Texts.

User lesen Ihre Texte nicht, sie scannen sie in F-Form. Jakob Nielsen und sein Forscherteam haben in einer Eye-Tracking Studie herausgefunden, dass User die Inhalte auf der linken Seite stärker wahrnehmen. Die Aufmerksamkeit der User richtet sich zuerst auf die zwei horizontalen Linien des F, dann folgt der Querbalken.

In den ersten Jahren des Internets scrollten User überhaupt nicht. Usability-Studien aus dieser Zeit (1994-1996) belegen, dass Webseiten sehr oft scheiterten, wenn Website-Besucher wichtige Informationen nicht „above the fold“ fanden, also in dem Bereich der Webseite, der auf den ersten Blick sichtbar ist.

Die Entwicklungen im Netz sind an seinen Nutzern aber nicht spurlos vorübergegangen: Mittlerweile wird deutlich mehr gescrollt. Trotzdem gilt die Faustregel 80/20 immer noch: 80% ihrer Aufmerksamkeit widmen User dem sofort sichtbaren Inhalt, nur 20% ihrer Konzentration wandert zu den unteren Teilen der Webseite.

 

FAZIT:
Wenn Sie sich Ihre Leser nicht als Goldfische vorstellen wollen, müssen auch Ihre Blogbeiträge mehr sein, als bloßes „Textmeer“.

Beobachten Sie sich mal selbst beim Lesen im Netz. Wenn Sie Ihr eigenes Surf-Verhalten regelmäßig reflektieren, wird es Ihnen leichter fallen, an das mögliche Verhalten Ihrer Nutzer zu denken.

Es braucht Themen, die die Zielgruppe bewegen, die innersten Bedürfnisse berühren. Denn die Marken von morgen werden mit relevanten Inhalten überzeugen!

 

Peter Lemmerer beschäftigt sich seit 2002 in der Werbeagentur WerbeConnection mit Online Marketing. Neben Content Management, Newsletter-Marketing und der Betreuung von Social Media-Kanälen und Websites erfüllt er Botschaften mit Leben, entwickelt Gestaltungs- und Kommunikationslösungen für Marken, Produkte und Dienstleistungen. 

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